Amtszeit in Biberach



Wielands Zeit in Biberach

Biberachs Bevölkerung war durch den 30jährigen Krieg auf 4000 Einwohner geschrumpft. Wieland war für das Amt des Kanzleiverwalters vorgesehen. Man ging jedoch davon aus, dass ein Amt erst nach dem Tod des Amtsinhabers neu besetzt wurde. Der Vorgänger, Johannes von Hillern, wurde jedoch zum Bürgermeister gewählt und so war die Frage der Amtsvereidigung ungelöst und bereitete erste Schwierigkeiten.
Erst durch einen Anruf an das stuttgarter Creissausschreibamt wurde durch einen Beschluß am 17.10.1760 dem katholischen Magistrat dieser Beschluß mitgeteilt.
Das Amt des Kanzleiverwalters gab es nur einmal, da dieses Amt die Vertretung der Protestanten vorsah und ein zweites Amt nicht von Nöten war.
In seinen ersten Amtsjahren unterzeichnete Wieland scherzhaft Dokumente mit dem Namen: " Directeur de la Chancellerie de la ville Imperiale de Biberac en Soüabe". Sein Amt nahm er jedoch sehr ernst. Er reformierte beispielsweise das kommunale Steuerrecht. Er listete erstmals sämtliche städtischen Einnahmen und Ausgaben auf, getrennt nach Posten wie Steuern, Gebühren, Bürgeraufnahmen, Schutzgeld und Schirmgeld und saldierte diese. Dafür bekam er 1000 Gulden im Jahr. Dies war ein stattliches Entgelt für einen Kanzleiverwalter.
Das Kleinbürgertum in Biberach betrübte Wieland jedoch. Bestätigt worden war er bereits bei der Amtseinführung als Kanzleiverwalter. Er nutzte jede Gelegenheit, um am Musenhof des Grafen Stadion mehr weltmännische Einstellungen zu erfahren.